Meine Geschichte II

Im Nachhinein ist es schwierig nachzuvollziehen, wann sich mein Äußeres dann dem Bild angepasst hat, dass ich schon immer von mir hatte, aber irgendwann war ich wirklich dick. Bei einer Größe von 1.67 m brachte ich mit 17 Jahren 94 kg auf die Waage. BMI 33.7, Adipositas. Meine Mutter hat mir letztens die einzigen beiden Bilder geschickt, die ich aus der Zeit von mir habe, die werde ich nachträglich noch versuchen einzufügen. Mir ging es mit diesem Gewicht einfach furchtbar. Ich habe mich gefühlt wie ein Monster, habe meinen Körper gehasst und ihn versteckt, so gut es ging. Einerseits durch ausschließlich schwarze und sehr weite Kleidung, andererseits in dem ich so gut wie alle meine Zeit zu tagträumend Hause verbrachte. Ich verstand mich zwar mit meinen Kollegen in der Schule ziemlich gut (wurde tatsächlich auch so gut wie nie gehänselt), hatte aber immer das Gefühl, mich verstellen und verstecken zu müssen. Ich dachte auch, dass die negativen Gefühle die ich mir selbst gegenüber hatte, in den Anderen auch vorhanden sein müssten, sie diese aber wohl verstecken würden. Am schlimmsten war dieser Aspekt im Bezug auf Jungs, die irgendeine Form von Interesse an mir zeigten. Denn entweder wollten sie mir sicher einen grausamen Streich spielen, indem sie so täten als mögen sich mich, um mir dann das Herz zu brechen, oder noch viel schlimmer: sie wären wirklich interessiert an mir! Und was für ein Perverser könnte schon auf so ein klumpenhaftes Monster stehen, wie ich es damals (in meinen Augen) war… Im Nachhinein würde ich mein jüngeres Ich gerne besuchen, sie in den Arm nehmen und ihr sagen, dass alles bald gut werden würde.

Ich habe in meiner Jugend auch jede Diät ausprobiert, die ich in die Finger bekam (was ja dadurch, dass meine Mutter auch Dauerdiäterin war, eine Menge waren): Punktediät, Trennkost, Glyxdiät, Weight Watchers, Ananas-Reis-Diät, Kohlsuppendiät… Die Erfolge waren recht mäßig und nie von Dauer. Meistens hatte ich nach ein paar Tagen so einen Heißhunger, dass ich mich abwechselnd über unserem Süßigkeitenschrank, die Müslischublade und den Kühlschrank hergemacht habe. Mit 16 bin ich Vegetarierin geworden, aus ethischen Gründen. Das war eine sehr spontane Entscheidung und irgendwie dachte ich damals auch, dass das nicht von Dauer sein würde und ich nach 2 Tagen Heißhunger auf Fleisch kriegen würde. Ist aber nie passiert, mir fällt es bis heute relativ leicht, auf Fleisch und Fisch zu verzichten.

Von meinem ersten bleibenden Abnehmerfolg erzähle ich dann beim nächsten Mal.

 

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