Land in Sicht

Ich glaube, so langsam kriege ich meine Kontrolle wieder zurück. Ich hab zwar Dienstag und Mittwoch noch mal ganz schöne Fressattacken gehabt (die mir 68,8 kg auf der Waage beschert haben -_-), aber zumindest weiß ich, von welchen Situationen sie ausgelöst wurden und hoffe, dass ich mich in Zukunft besser dagegen wappnen kann. Auf jeden Fall wartet auf mich an den Tagen, an denen ich nach Hause fahre jetzt immer eine Kanne Kräutertee auf mich und ich werde nicht mehr direkt nach der Arbeit einkaufen, sondern eben erst mal nach Hause fahren. Und wenn ich das nächste Mal etwas für Foodsharing abhole werde ich konsequent gar kein Gebäck o.ä. für mich selbst mitnehmen. Ist aber auch erst wieder nächste Woche Samstag der Fall und dann auch nicht bei einem Bäcker. Damit ich mich nicht mehr über die Schokolade in der Arbeit her mache, habe ich mir in Habitica eine ganze Checkliste erstellt, die nur aus “Keine Schokolade – keine Schokolade – wirklich keine Schokolade – Keine – Schokolade!” besteht, und die mir viele Punkte gibt, wenn ich sie erfolgreich abhaken kann bzw. mir stark schaded, wenn nicht. Da mein Freund heute Geburtstag hat, habe ich mir außerdem Shiratakireis mit Gemüse zum Mittag vorbereitet und schon mal grob eingetragen, was ich beim grillen heute Abend gerne essen würde und komme damit erstmal auf <800 kcal. Und ich hab mich entschieden, die 14 km zu ihm (ganze Strecke leicht bergauf) wieder mit dem Rad anstatt mit dem Auto zu fahren.

Ich hab ein gutes Gefühl. Irgendwann muss ich ja wieder in den Flow zurück kommen.

Cool

Scheinbar war mein Wochenende trotz Grillens am Samstag und Restessen/Sektfrühstück am Sonntag gar nicht so ein kcal-Hammer, wie ich dachte, denn nach dem Ausflug in die mittleren 68er Ende letzter Woche war der Stand auf der Waage heute morgen wieder bei 67,4 kg. Cool cool. Könnte natürlich auch daran liegen, dass ich gestern alles weggejoggt habe 😀 Ich hab jetzt mal meine Strecke rekonstruiert und kam überraschenderweise auf fast 7 km! Meine Standardstrecke in meiner letzten Stadt war 5 km lang und das habe ich selten komplett geschafft, also bin ich heute morgen schon mal sehr stolz auf mich. Aber zuletzt war ich im Herbst mit fast 10 kg mehr joggen, das könnte den Unterschied erklären 😛

Das Schlechte im Guten

Yeah, das Gute Wetter hat mich heute zum ersten Mal seit ??? wieder mal dazu gebracht, joggen zu gehen. Fast ne Stunde war ich unterwegs, aber da seit dem Umzug mein Trackingarmband unauffindbar ist und ich eine ganz neue Strecke gelaufen bin, kann ich nicht sagen, wie weit ich gelaufen bin. Vielleicht schaffe ich das morgen am PC noch nachzuvollziehen.

Heute hatte ich auch zum ersten Mal seit fast einer Woche nicht das Bedürfnis, mich Abends vollzustopfen. Und das, obwohl ich durchaus die Gelegenheit dazu gehabt hätte, denn: ich engagiere mich seit meinem Umzug bei Foodsharing. Daher auch das Überangebot an Gebäck in letzter Zeit in meinem Leben. Für die, die es noch nicht kennen, Foodsharing baut Kooperationen zu Lebensmittelläden auf und dann holen zu vereinbarten Terminen Foodsharer die Lebensmittel ab, die sonst weggeworfen werden würden. Der Großteil wird dann zu gemeinnützigen Einrichtungen gebracht, aber die Abholenden dürfen sich als erstes nehmen, was sie wollen. Was, wie gesagt meine Selbstbeherrschung auf nie gekannte Art und Weise auf die Probe stellt. Aber in dem Sinne dann vielleicht auch etwas Gutes im Schlechten.

Schönes Wochenende

Das letzte Wochenende war wirklich sehr schön – am Freitag Abend war ich mit meinem Liebsten auf einer Party, wobei ich schon um 2 zu Hause war und er erst kurz vor 8 am nächsten Morgen. Das hat sich allerdings auch als ganz praktisch herausgestellt, so konnte ich in aller Ruhe die ganze Bude putzen, wärend er Schlaf nachgeholt und seinen Rausch ausgeschlafen hat 😀 Die Wohnung wollte ich (unter anderem) deshalb putzen, weil ich Abends Leute zum Grillen eingeladen hatte, die die Wohnung bisher nur aus Erzählung kannten. Das Grillen war dann auch sehr schön, entspannt und lecker. Ich hatte Sojaspieße für alle vorbereitet (das hier ist das Basisrezept, von dem ich inspiriert wurde, und seitdem mache ich bei fast jedem Grillen welche, nur nicht mit ganz so viel Öl) und die anderen hatten Salate, Muffins oder tollen Rum dabei. Sonntags haben mein Freund und ich erst lange geschlafen, dann schön gefrühstückt (mit Resten vom Grillen, unter anderem einer halben Flasche Sekt – hatte schon lange kein Sektfrühstück mehr 🙂 ), nochmal ein paar Stunden geschlafen und sind sogar noch 3 Stunden wandern gewesen.

Gewogen habe ich mich seit Freitag nicht mehr, bin mal gespannt auf morgen früh. Aber so oder so – das war es wert 😀

Mal verliert man, mal gewinnen die Anderen

Ne, eigentlich Unsinn, es gibt ja keine Anderen, es gibt ja nur mich. Aber gerade habe ich das Gefühl, dass es besonders schlecht läuft, unabhängig davon, was ich tue. Aus wisschenschaftlicher Sicht natürlich Unsinn, ich versuche ja noch gar nicht so lange wieder, in die Spur zu kommen (“back on track” dafür gibt es keine bessere deutsche Übersetzung, oder?), das heißt, die Stichprobenanzahl ist noch gar nicht hoch genug, um eine relevante Aussage zu treffen 😛 Trotzdem wurmt es mich. Aber damit ihr im Bilde seid: Was zuletzt geschah. Gestern habe ich einen Sichtschutz gebaut, damit der Schokoberg mich nicht in Versuchung führen möge. Hat bis zu einem gewissen Zeitpunkt geklappt, dann aber gar nicht mehr. >50 g Schokolade habe ich gestern auf jeden Fall gegessen, leider habe ich auch den Überblick verloren. 😦 Lösungsansatz?? Ich werde vielleicht versuchen “Das gehört Kollegen X” als Mantra einsetzen, in der Hoffnung, dass ich die Finger von der Schokolade lasse. Komischerweise war Schokolade eigentlich nie so mein Kryptonit, also will ich gar nicht wissen, was passieren würde, wenn da Weingummi ständen :O Schlimmer ging es dann eigentlich zu Hause weiter. Ich hatte so ein unbändiges Verlangen zu essen! Gebäck! Mehr Schokolade! Süß und stärkehaltig! Das einzige, was ich in der Richtung im Haus hatte, war zwar Studentenfutter, Äpfel, Erdnussmus und Eiweißriegel, aber ich habe davon jeweils so viel gegessen, dass ich sicherlich zu viele kcal zu mir genommen habe. Das ist ein weiteres Problem, ich habe völlig die Kontrolle verloren. Vielleicht passiert so was nicht mehr, wenn ich es schaffe, die Finger von der Schokolade zu lassen. Blutzuckerspiegel und so. Aber da es a) nicht gesagt ist, dass ich das auch schaffe und ich b) nicht weiß, ob es nur daran lag, dass ich so entgleist bin -> Lösungsansatz: Unabhängig davon, dass mein Körper mir glaubhaft versichert, dass er stirbt, wenn ich ihm kein Gebäck gebe oder irgendwas mit KH drin, werde ich, wenn ich heißhungrig nach Hause komme erstmal Magerquark mit Gemüse essen. Das hätte ich nämlich auch noch zu Hause gehabt.. Grr… Heute auf der Waage wieder 68,5 kg, was aber mehr am Zeitpunkt meines Fressflashs liegt als an seinen Ausmaßen, denke ich…

Angst vor Erfolg?

Abnehmen ist schwer. Man muss über Wochen oder Monate hinweg seinem Körper Vorräte abringen, während überall um einen herum Essen in rauhen Mengen vorhanden ist. Das war so nie geplant. Fettreserven sind für Notzeiten gedacht; Willenskraft aufbringen zu müssen um auf Essen zu verzichten und statt dessen auf Fettreserven zurückzugreifen… Naja, wie gesagt, das war so nicht gedacht! Desewgen ist abnehmen an sich schon nicht einfach. Und noch weniger einfach wird es, wenn man sich selbst sabotiert. Z.B. durch Fettlogiken wie “Ich darf nicht weniger als 1000 kcal jeden Tag essen, sonst Hungermodus!!”. Gestern Abend, als ich in Grübelstimmung war, ist mir aber noch eine andere Hürde eingefallen, die mir früher im Weg lag. Ich hab ganz am Anfang schon mal geschrieben, dass ich früher, als ich noch nicht 5, sondern 30 kg loswerden wollte, viele viele Diäten ausprobiert habe. Und die Sache ist – jede Diät kann funktionieren. Wenn man sie durchhält. Und bei eigentlich jeder der Diäten, die ich angefangen habe, habe ich auch abgenommen. Solange, bis ich irgendwann nicht mehr weiter gemacht habe  und nicht mehr ab- sondern meistens weiter zugenommen habe. Was zum einen natürlich an geballten Fettlogiken gelegen haben kann, aber wie im Titel schon angesprochen, vielleicht auch an einer Angst vorm Erfolg. Dicksein hat mir früher mein Leben auch erleichtert, indem es mir einen Grund geliefert hat, warum mein Leben nicht so ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hatte so viele Wünsche, habe quasi in einer Traumwelt gelebt, und als dickes Mädchen hat mich vom erreichen dieser Traumwelt nur mein Gewicht getrennt – oder doch nicht? Was, wenn es nicht an meinem Dicksein lag, sondern an mir? Was, wenn es tatsächlich ich war, die so langweilig, feige und nicht liebenswert war, und wenn mein Dicksein mich gar nicht zu dazu verdammt hatte..?

Manchmal wünschte ich, ich könnte die Zeit zurück drehen, nur um mein jüngeres ich in den Arm zu nehmen und zu sagen “Ja, du bist schon irgendwie langweilig und ein bisschen feige, du bist eben ein echter Mensch. Aber du wirst trotzdem ein cooles Leben haben. Und du wirst trotzdem geliebt, jetzt gerade schon und in Zukunft wirst du sogar dazu in der Lage sein, das zuzulassen.”

Und führe mich nicht in Versuchung

Das ist seit gestern die Aussicht an meinem Arbeitsplatz:

IMG_2266[1]Ich konnte meinen Kollegen leider nicht davon abhalten die ganze Schokolade anzuschleppen… Trotzdem konnte ich mich gestern einigermaßen zügeln: < 900 kcal zu mir genommen (den Großteil davon allerdings tatsächlich in Form von Schokolade), und über eine Stunde Bouldern gewesen, also ein Defizit von 1300 kcal 🙂

Never change a running system…

In meinem letzten Blogpost hatte ich ja geschrieben, dass ich bei meiner ersten Abnehmphase am Wochenende oft über die Stränge geschlagen habe und … äh… nur deshalb habe ich am Samstag auf der Party so richtig zugeschlagen… Fladenbrot mit diversen Aufstrichen, Muffins, Erdbeer-Schoko-Torte, Alkohol (immerhin zum Großteil mit zuckerfreier Cola gemischt), Weingummi, Chips… Ne, Sarkasmus bei Seite, ich stresse mich jetzt nicht wegen des halben kg mehr auf der Waage heute morgen, unter anderem weil es morgen sicher zum Großteil wieder verschwunden sein wird, aber für alle, die es besser machen wollen, hier eine “what not to do” Liste:

Den ganzen Tag vor einer Party gestresst herumwuseln.

Wegen des Wuselns vorher (fast) nichts essen.

Das wenige Essen in Form von stark kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln (z.B. Müsliriegel).

Mit diesen einfachen Schritte ist der Heißhunger auf der Party fast schon garantiert und es wird maximal schwer sich unter Kontrolle zu halten!

Was kann ich eigentlich?

Als ich vor ein paar Tagen hier rumgejammert habe, hat Annesch mir in einem aufmunternden Kommentar geschrieben, dass ich ja schon viel erreicht hätte, und in dem Moment fand ich das zwar nett, aber so richtig getröstet hat es mich noch nicht. Aber scheinbar hat es mich nachhaltig zum nachdenken gebracht, denn ich habe mich jetzt noch mal mit meinen beiden Abnehmphasen beschäftigt und der Frage, was ich eigentlich wirklich schon geschafft habe:

Unbenannt

Hier das ganze graphisch dargestellt. Man sieht, wie oben erwähnt, zwei Phasen der Abnahme:

Unbenannt2

Und irgendwie beruhigt mich diese ganze Zahlenspielerei gerade ungemein. Gerade die erste Abnahmenphase ist mir total leicht gefallen. An den Wochenenden habe ich oft  relativ normal gegessen auf und auf Parties oder beim wöchentlichen Spieleabend Alkohol getrunken und trotzdem habe ich ziemlich genau 100 g pro Tag abgenommen. Die zweite Abnahmephase ist (zumindest auf dem Papier) noch besser gelaufen als die erste (oder zumindest mit noch größerem Defizit pro Tag), obwohl ich da ein Plateaux hatte, dass mir in dem Moment unüberwindbar schien. Wenn ich die beiden vorhergehenden Abnahmen als Prognose für die nächste Phase nehme, dann sollte ich irgendwann zwischen dem 23.04 und dem 06.05.2017 unter 63 kg angekommen sein. Alles machbar.

Gebäck to black…

Gestern trotz bester Vorsätze noch “entgleist” (aber wer kann schon einem gratis Streuseltaler wiederstehen?!), also gar kein Defizit gestern. Nicht schön, aber weiter gehts. Ich bin weiter auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten für meinen Schlachtplan und habe beschlossen: Hirsebrei ist fürs erste abgesagt. Ich bin zwar begeistert, wie lecker das Zeug ist (ich liebe Getreidebreie aber auch sehr und ein Getreide mit gutem Eisengehalt?! Ein Traum für Vegetarier) und ich denke, auf lange Sicht werde ich Hirse in meinen Speiseplan einbauen, aber mit 500 kcal ist der Brei mir auf jeden Fall zu “mächtig”. Neben monatlichem Hormonkram habe ich den Hirsebrei auf jeden Fall als einen Faktor ausgemacht, warum gestern am Ende der kcal noch so viel Hunger übrig war… Daher heute: grüner Tee, Gemüsequark und beim Grillen… noch mehr Gemüsequark..? Und zuckerfreie Cola, mit oder ohne Rum und Limetten. Zum Mittag noch den Rest vom Gemüsecurry, für das ich leider nur Näherungswerte aufschreiben kann, weil das am Montag, also vor meinem neuen Motivationsschub entstanden ist. Immerhin besser als Streuseltaler.