Übermenschlich…

…habe ich mich gestern Abend gefühlt, als ich nach der Abholung von Foodsharing, vor den 8 Tabletts voller belegter Brötchen und Bagel, süßem und herzhaftem Blätterteiggebäck, Muffins, Donuts und Streuseltaler zu meinen Kollegen wandte und sagte: “Also, ich brauch eigentlich nichts, wenn ihr mich nicht mehr braucht, würde ich gehen.” Mir dann den Sabber aus dem Mundwinkel wischte und tatsächlich nach Hause ging. Zu Hause war ich zwar ein bisschen stolz, aber auch gar nicht mal so sehr, hauptsächlich war ich quengelig und unzufrieden. “Scheiß Diät! Nichts darf ich mir gönnen! Wie bescheuert, das ganze Essen einfach liegen zu lassen! Wie schön es doch wäre, jetzt die Zähne in einen Streuseltaler zu schlagen…. und die Bagels mit getrockneten Tomaten waren beim letzten Mal auch so lecker… Und hast du gesehen, dass es da Brötchen mit Omlette drauf gab?!” Als würde ich mir meinen Kopf mit einem manipulativen Kleinkind teilen… Aber so habe ich mir die 1500 kcal Defizit redlich verdient. Auf der Waage ist nicht wirklich was passiert, aber nach dem letzten Sprung zu gestern hatte ich das auch nicht erwartet. Wobei, zwischen 67,3 und 67,4 hat sie zumindest geschwankt, bevor sie sich für die höhere Zahl entschieden hat.

Heute Abend wartet auch noch ne kleine Herausforderung auf mich: ich bin mit den Arbeitskollegen zum Abendessen verabredet. Motiviert, wie ich zur Zeit bin, habe ich mir jetzt schon mal die Speisekarte angeschaut, und siehe da, in dem Restaurant gibt es neben Pizza, Pasta und Aufläufen auch Omlettes! Hoffentlich nicht nur zum Frühstück, aber dann werde ich wohl einen Salat nehmen. Vor dem Abendessen werde ich mir noch Skyr mit PB2 gönnen (was heißt gönnen, eine Portion hat keine 150 kcal bei über 16 g Eiweiß, aber das schmeckt so gut, dass man denkt, man müsste ein schlechtes Gewissen haben 😀 heute probiere ich mal die Variante mit Schoko drin). Das einzige, was mir im Moment fehlt, ist die Motivation zu Sport – gestern bin ich immerhin 20 min durch die Wohnung “gejoggt”, aber beim letzten mal Bouldern am Sonntag habe ich mir den Ellbogen geprellt und zu allem anderen kann ich mich so gar nicht aufraffen… Aber, abnehmen geht ja auch ohne Sport 😉

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Challenging

Ich bin jetzt seit ca. einem Monat etwas aktiver im ohne-unsinn-abnehmen Forum, unter anderem ist jetzt meine dritte Challenge gestartet. Bei der ersten gings darum, selbstgewählte Sporteinheiten pro Woche zu erfüllen. Da bin ich seit letzter Woche leider raus. Meine Vorgabe waren 3 Sporteinheiten pro Woche und da ich normalerweise Dienstags und Donnerstags Bouldern gehe, war das fast ein Selbstläufer. Aber letzte Woche war Donnerstags ja warten auf Couch angesagt und danach hab ich noch die letzte noch fehlende Lampe angebracht (irgendwann bald poste ich mal eine virtuelle Tour durch meine Wohnung. Sobald das Wohnzimmer endlich als solches und nicht mehr als Werkstatt fungiert). Sonntag konnte ich mich zwar noch mal alleine zum Bouldern gehen aufraffen, aber das waren dann ja auch nur 2 Sporteinheiten. Wobei ich im Alltag, dadurch das ich viel mit dem Rad fahre ja auch schon viel Bewegung habe (mein Freund wohnt ja auch 12 km von meiner Arbeit entfernt, 14 km von meiner Wohnung).

Bei der zweiten Challenge geht es darum sein essentechnisches “Kryptonit” zu kaufen und jeden Tag höhstens eine vorgegebene Menge zu essen. Ich bin bei der Challenge noch dabei, aber ich glaube, nicht wegen der Challenge. Im Moment fällt mir der Verzicht auf das Krytonit (Kölln Schöko Müsli original) einfach leicht. So wie mir allgemein Verzicht auf Süßkram gerade relativ leicht fällt (Durchschnittliches Defizit seit letzter Woche Montag: 1200 kcal/Tag, Gewicht heute morgen 67,4 kg). Aber es ist trotzdem ganz nett, die Challenge mitzumachen, bewusst genießen üben schadet mir ja auch nicht.

Während die ersten beiden Challenges also eher mäßig viel bei mir bewirkt haben, freue ich mich auf die neueste: Es geht darum, ein selbst festgelegtes Defizit zu erreichen. Nicht Tag für Tag, sondern über einen bestimmten Zeitraum (bis Ende Juni). Und ich glaube, da lässt sich viel besser sehen, wann es Zeit wird, gegenzusteuern, wenn es mal wieder nicht so einfach läuft. Mal sehen. Ich hab mein Druchschnittsdefizit auch eher moderat gewählt (810 kcal / Tag), damit mich Tage wie meine Verteidigung oder das kommende Wochenende nicht vollkommen abhängen.

Bei Habitica mache ich übrigens auch seit Anfang April eine Challenge mit: die Kniebeugen-challenge. Dadurch habe ich mir angewöhnt bei jeder Gelegenheit Kniebeugen zu machen. Bei Zähnputzen, wärend ich auf meinen Kaffee warte, mal schnell 10, nachdem ich auf dem Klo war. Mittlerweile schaffe ich so über 200 Kniebeugen am Tag und ich hab das Gefühl, dass mein Hintern dadurch schon viel runder geworden ist 😀

Montags-Blues

Neben meiner Exkursion in die Welt der DIY-Blogger, hier noch ein kürzerer und allgemeinerer Text. Irgendwie ist es heute sehr komisch. Ich bin traurig und hab keine Ahnung, wieso. Eigentlich hab ich keinen Grund, mich schlecht zu fühlen: Ich war am Wochenende produktiv (wenn ich auch nicht an der Präsentation für die Verteidiung gearbeitet habe, aber bis dahin hab ich noch so viel Zeit) und habe seit letzter Woche konstant gute Defizite (im Durchschnitt über 1200 kcal am Tag!). Meine Wohnung wird immer mehr so, wie ich es mir vorstelle. Gestern hatte ich einen schönen Abend mit meinem Freund und einem kleinen Stück eines sagenhaft leckeren Kartoffelauflaufs. Nächstes Wochenende verbringe ich mit drei Freundinnen aus dem Studium in der Rhön, dafür ist das Wochenende um den ersten Mai seit  Ende des Studiums reserviert. Und eine von den Freundinnen hat mich seit meiner Abnahme noch gar nicht gesehen, bin gespannt, wie sie reagiert. Außerdem scheint die Sonne… Also warum hab ich so schlechte Laune?! Montage gehören abgeschafft…

Kaninchenfutter

In meinem letzten Beitrag bin ich ja darauf eingegangen, dass ein Teil meiner Persönlichkeit wie das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland ist. Was mich einerseits antreibt und produktiv macht, mich andererseits aber stresst und dafür sorgt, dass ich mir unkontrolliert Dinge in den Mund schiebe. Was eher unpraktisch ist, wenn man abnehmen will. Heute morgen wusste ich schon, dass heute wieder ein Tag sein würde, an dem ich sehr kaninchenhaft unterwegs sein würde. Als ich noch mit meinem Freund im Bett kuschelte, bin ich in Gedanken schon meine scheinbar unendliche to-do Liste durchgegangen. Als er gegangen war habe ich mich also an die Arbeit gemacht. Aber vorher ist mir eingefallen, dass ich, wenn ich schon die nächsten Stunden mümmelnd durch die Wohnung hetzen würde, meinem inneren Kaninchen zumindest etwas Futter bereitstellen könnte, damit es sich nicht unkontrolliert über die kcal-dichten Lebensmittel hermacht, die sich auch noch in der Wohnung befinden. Ich habe also ein ganzes Bund Möhren gesäubert und essfertig in Reichweite hingelegt und siehe da: Ich habe die Dunstabzugshaube an die Wand gebracht, in meiner Speisekammer endlich Einbauregale angebracht (dazu angemerkt: keine zwei Wände in der Speisekammer sind im rechten Winkel zueinander, also musste ich mehrmals mit der Stichsäge nachbessern), mein Schuhregal ausgebaut. Außerdem war ich beim Markt, habe grüne Soße gemacht und 3 kg Kartoffeln geschält und gekocht. Gegessen habe ich neben dem ganzen Bund Karotten ein paar der Kartoffeln und etwas von der grünen Soße zum Abendessen und zum Mittag Brokkolipüree. Außerdem so eine Art Proteinpudding aus Quark, Gewürztee, Proteinpulver, mit Konjakmehl zum andicken. Jetzt bin ich pappsatt und relativ zufrieden mit dem Fortschritt in meiner Wohnung. Vielleicht schafft es das Kaninchen noch, mich zum aufräumen zu bewegen…

I am the white rabbit

Als ich ein Teenager war, hatte ich das Gefühl, eine Schildkröte zu sein. Ich war langsam, mein Leben war langsam, jeden Tag bin ich (mit dem Bus) zur Schule gefahren, danach wieder zurück. Dann habe ich die Tage durch Kleinstaktivitäten zerstückelt – Mittagessen kochen und/oder essen, eine halbe Stunde fernsehen, mit dem Hund spazieren, Computer spielen, eine Kleinigkeit essen, fernsehen, Abendessen, mit dem Hund gehen, fernsehen – und sie so rum gebracht, ohne wirklich etwas zu tun. Dann ging ich zur Uni, und alles änderte sich. Ich war den ganzen Tag unterwegs, ich war hecktisch! Radfahren! Vorlesung! Café! Mensa! Menschen! Party! Trinkenlachentanzenrummachen! Ich ging sogar auf einmal schnell, ich hatte das Gefühl, dass mein Herz doppelt so schnell schlägt wie früher. Und ich habe es genossen! Ich hatte das Gefühl, das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland zu sein.  HoppsHoppsHopps! SchnellerSchnellerSchneller! Ich fand das so cool, dass ich überlegt habe, mir “I am the white rabbit” mit einem Bild des Kaninches auf ein Shirt drucke zu lassen. Langsame Leute, die vor mir liefen und mir den Weg versperrten brachten mich zur Weißglut! Und überhaupt, Weißglut. War ich als Schildkrötenteenager relativ gelassen, fast stoisch und dank meiner Panzerung fast unverletzbar (zumindest was Verletzung von außen anging), war mein Kaninchen-Ich aufbrausend und alles andere als cool/gelassen. Ich fühlte (gefühlt) doppelt so intensiv wie je zuvor. Leider waren meine Ängste auch doppelt so intensiv wie je zuvor, weswegen ich mir irgendwann Baldrian(tabletten?) geholt habe, damit ich trotz meines schnell schlagendes Herz Nachts auch mal schlafen konnte.

Und jetzt? Wenn ich jetzt das Gefühl habe, vom weißen Kaninchen besucht zu werden, wird aus hoppshoppshopps ganz schnell happshappshapps. Bevor mir klar wird, was ich tue, habe ich mir 5 verschiedene Dinge in den Mund gestopft, kaum gekaut und auch schon runter geschluckt. Deshalb: Achtsamkeit üben, das Kaninchen erstmal Kaninchen sein lassen und nicht jedem Impuls nachgeben.

Spedition nervt

Ich hab eine Schlafcouch bestellt (im Januar schon), die heute geliefert werden soll. Erst haben sie mir ein Zeitfenster von 7 bis 14 Uhr gegeben, mit dem Hinweiß, dass der Zeitraum einen Tag vorher weiter eingegrenzt werden soll. Gestern also die Mail: Lieferung erfolgt zwischen 12:50 und 14:50 (super, dass ich mir einen Arbeitstermin auf 15 Uhr gelegt hab, da ich dachte, dann bin ich bestimmt wieder da) und eine Stunde vorher würde die Spedition noch mal anrufen. Bisher kann noch kein Anruf und ich bin noch in der Arbeit. Aber irgendwie fürchte ich, dass die Spedition nicht anruft, und ich dann selber Schuld bin, wenn ich zur Lieferung nicht da war… Oh, und zum Mittagessen hatte ich mir auch nichts mitgenommen, da ich dachte, das kan ich dann ja zu Hause machen… zum Glük hatte ich noch eine kleine Portion Linsen mit Spinat eingefroren…

Naja, zumindest die Diät nervt gerade nicht: heute morgen 68,4 kg, also ist seit Ostern einiges an Wasser gegangen und das gute Defizit hat sein Übriges getan.

Arbeit nervt

Scheinbar bin ich mittlerweile gegen den allgemeinen Arbeitsfrust immun. Mein Chef hat mich heute wieder bei Seite genommen und mir gesagt, dass ich mich schneller arbeiten muss, wir wären schließlich nicht an der Uni. Vor 2 Wochen, als ich ich einen Termin verpasst habe (mehr oder weniger aus einem Missverständnis heraus), hatten wir so ein Gespräch auch schon mal. Ich glaube aber irgendwie, dass es ihm noch mehr als um schnelleres Arbeiten darum geht, mich auszutesten, zu sehen, wie ich mich unter Druck verhalte, ob ich mit Kritik umgehen kann, etc. Als ich ihm nämlich gesagt habe, dass ich nicht genau weiß, woran er das festmacht, da in letzter Zeit gar keine Deadlines oder Projektabschlüsse anstanden, hat er auch zugegeben, dass er sich jetzt vielleicht zu sehr darauf fokussiert, dass ich zu langsam bin. Naja. Komisches Gespräch. Aber entweder bin ich jetzt schon abgestumpft oder das Meditieren, dass ich jetzt vorm Einschlafen immer einbaue hat mich entspannter gemacht (oder vielleicht war das Gespräch auch einfach nicht so schlimm wie das erste), denn ich hatte nach dem Gespräch nicht das Gefühl, ESSEN zu müssen. Die Schokolade in der Arbeit blieb nach dem Gespräch unangetastet (vorher hatte ich mir ein Stück gegönnt) und auch hier zu Hause, zwischen Osterhasen, Käse und Schokomüsli (welches ich mir für die Kryptonit-Vorratshalter-Challenge* zugelegt habe), bleibe ich von Fressflashs verschont. Ist ein fantastisches Gefühl. Nicht nur, weil es mir so viel einfacher fallen wird, mein Defizit einzuhalten, sondern hauptsächlich, weil ich nicht noch eine Episode des Kontrollverlusts über mich ergehen lassen musste. Morgen kann ich mich das erste Mal seit Montag wieder wiegen (könnte ich jetzt natürlich auch, aber mit vollem Magen ist das natürlich kein echter Vergleich. Außerdem in ich zu faul, mich jetzt schon komplett nackig zu machen und dann wieder anzuziehen). Ich hoffe, dass man etwas von den fast 4000 kcal Defizit sieht, die ich die letzten 3 Tage gesammelt habe.

* Wer nicht im Ohne-Unsinn-Abnehmen Forum angemeldet ist: bei der Challenge geht es darum, einen normalen Umgang mit Lebensmitteln zu erlernen. Mir zum Beispiel ist es immer sehr leicht gefallen, Lebensmittel gar nicht erst zu kaufen. Aber wenn sie mal im Haus waren (oder umsonst zu haben, wie bei Foodsharing), konnte/kann ich mich oft nicht beherrschen. Daher die Vorgabe der Challenge: sein persönliches „Kryptonit“ kaufen, also Lebensmittel, bei denen man gerne mal die Beherrschung verliert und von denen nicht mehr als eine selbst gewählte Menge am Tag essen. Bei mir ist es im Moment allerdings so, dass mir die kcal für das Müsli viel zu schade sind, selbst bei einer normalen Portionsgröße. Naja, die Challenge geht ja noch fast 2 Wochen, irgendwann führt es mich schon noch in Versuchung.

Kalt

Oh Gott, war mir heute Vormittag kalt! Von der Arbeit aus war ich auf einer Feldbegehung (mein Büro macht landwirtschaftlichte Beratung, normalerweise nicht mein Fachgebiet, aber man kann ja immer noch was dazu lernen). Leider war ich mit nur einem Paar Woll- und einem normalen Paar Socken in den Gummistiefeln und nur einem Baumwollpulli unter einer Softshelljacke total schlecht ausgestattet… Eine Mütze oder Handschuhe hatte ich auch nicht dabei. Wärend mein Chef also über Düngeempfehlungen für verschiedene Weizensorten  philosophierte, wünschte ich mich mit einer Wärmflasche in mein Bett und tröstete mich damit, das das Zittern bestimmt total viele kcal extra verbraucht. Ob dem wirklich so ist, werde ich leider nicht abschätzen können, weil ich heute die zweite Nacht hintereinander bei meinem Freund übernachte und mich also erst morgen Abend wieder wiegen kann. Montag morgen zeigte meine Waage 69,2 kg an, womit ich mit einem durchschnittlichen Tagesdefizit von 811 kcal mein neues Ziel erreichen werde. Allerdings habe ich mich im Ohne Unsinn Forum auch zu noch einer Challenge eingetragen, vor Wochen schon, und habe mein Startgewicht auf 68 kg angegeben – damals dachte ich noch, dass ich das zu Beginn der Challenge schön runterkorrigieren kann, jetzt muss ich ein bisschen kämpfen, um das Startgewicht wirklich zu treffen. Aber zumindest gestern und heute läuft es gut – gestern 1000 kcal Defizit (hauptsächlich, weil ich den Lindt-Osterhasen, dem ich mich als Geschenk von meinen Eltern nicht erwehren konnte, in Frieden gelassen habe…), heute bisher noch knapp unter 300 kcal, wobei ich noch Gemüse mit Magerquark dabei habe, das mir vorm Bouldern Energie und Protein spenden möge. Und Proteinpulver habe ich auch dabei, vielleicht rühre ich mir da noch etwas an.

Ablenkungspost

Ich sitze auf der Couch im Wohnzimmer meiner Eltern, vor 1 Stunde gab es Frühstück. Ich rieche das Mittagessen, dass auf dem Herd steht. Ich weiß, dass 2 m von mir entfernt  unter anderem Chips, schokolierte Erdnüsse, schottisches Shortbread und geröstete Pistazien im Schrank stehen. Einen halben Meter von mir entfernt auf dem Couchtisch eine Schale mit gefüllten Ostereiern: Nougat, Marzipan und verschiedene Trüffel. Ich weiß, dass ich problemlos anfangen könnte, Süßigkeiten zu essen, ohne das es kommentiert werden würde. Meine Mutter hat immerhin auch schon 2 Trüffeleier gegessen. In meinen Gedanken, und als ich gestern und vorgestern an den  Süßigkeitenschrank gegangen bin, hatte ich die Kommentare von früher noch im Hinterkopf, die vielen Diskussionen am Küchentisch, weil ich zu viel esse, weil ich viel zu dick bin. Diskussionen, bei denen ich am Ende immer weinte und die dazu geführt haben, dass ich heimlich gegessen habe. Das heimlich essen hat mir einen richtigen Zusatzkick verschafft. Abends vor dem Fernseher: Einer meiner Eltern ist schon schlafen, der andere kurz auf der Toilette – oder noch mal mit dem Hund draußen! – schnell zum Süßigkeitenschrank, schnell ein Brot mit Nutella essen, ohne erwischt zu werden! Alle Schränke lautlos schließen und schnell wieder zurück auf meinen Platz, als wäre nichts gewesen. Mittlerweile kommen keine Kommentare mehr, wenn ich Süßigkeiten esse, aber oft würde ich es mir wünschen. Aber immerhin: ich habe kein Bedürfnis mehr, heimlich zu essen. Meine Mutter bittet sehr oft andere Leute darum, ihr Süßigkeiten zu geben – macht sie uns so zu Komplizen? Hat sie das Gefühl, wir würden ihr Essen absegnen, die Verantwortung übernehmen? Vielleicht wünscht sie sich eigentlich auch, dass jemand es kommentiert. Oder gar “Nein” sagt. “Du isst zu viel, vor einer Stunde gab es Frühstück, das Mittagessen steht schon auf dem Herd…” Ich hab ihr die beiden Trüffel aber trotzdem gegeben.