Plus / Minus

Plus: Gestern im Büro keine Schokolade gegessen. Bei der Abholung von Foodsharing beim Bäcker gestern keinen Kuchen, keine Teilchen, Berliner, Streuseltaler, etc. für mich selbst mitgenommen.

Minus: Beim Ausräumen der Backwaren bei der Einrichtung, an die die Sachen gebracht werden scheinbar ein Brot und ein Brötchen vergessen (nein, nicht vergessen… ich habe sie dort noch bemerkt, aber dachte, ein Brot und ein Brötchen können doch nicht schaden). Das Brötchen habe ich schon auf dem Fahrrad zurück nach Hause verdrückt, zu Hause dann nach und nach ~ 300 g Brot mit Quittengelee / Frischkäse. Heute morgen 69,1 kg auf der Waage. Unwahrscheinlich, dass das wirklich alles Fett ist, aber da ich bei der Party am Samstag auch den Überblick verloren habe, kann ich kaum einschätzen, wieviel es wirklich sein könnten. Der Kontrollverlust macht mir auch mehr Angst als die kcal.

Plus: Alles so gut es ging aufgeschrieben. Wenn ich schon die Kontrolle verliere, dann wäre das einzige, was es noch schlimmer macht, mich selbst zu belügen (so wie oben “Brötchen vergessen”, nein, hast du nicht, verdammt) / zu versuchen, es vor mir selbst zu verheimlichen. Für die nächsten 3 Tage Essen vorgekocht.

Minus: Laune ziemlich im Keller. Die typische Mischung aus Wut, Scham, Ungeduld. Mit einem bisschen Ekel und Angst eingestreut. Angst, weil ich solche Fressanfälle, wie im letzten Monat eigentlich schon seit Jahren nicht mehr hatte. Ich kann mir auch nicht erklären, wieso sie jetzt wieder auftauchen. Ich denke, dass ich irgendein tiefsitzendes pychologisches Problem haben könnte, welches ich aber nicht wirklich benennen kann. Und ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn dem wirklich so ist.

Ich beobachte mich erst mal weiter. Es gibt ja immer irgendwelche anderen “normalen” Gründe, die das Verhalten auch auslösen könnten: Stress zur Doktorarbeit, Stress zum Arbeitsanfang, jetzt habe ich meine Tage, bis zum 08.05. kann noch Stress vor der Verteidigung ein Grund sein. Ich werde trotzdem anfangen, die Anfälle systematisch zu dokumentieren. Wie ich mich vorher gefühlt habe, wie ich mich wärend dessen gefühlt habe… Vielleicht hat jemand noch Tipps für mich?

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4 thoughts on “Plus / Minus

  1. Bei mir ist Essen oft auch eine Ersatz-Entspannungstechnik – nicht, dass ich danach wirklich entspannt wäre… aber der Impuls ist da, ich versuche ihn in die vorhandenen/geplanten Mahlzeiten zu kanalisieren.
    Weiß nicht, ob ich es Dir schon mal empfohlen habe (ich empfehle es immer nach allen Seiten, weil ich so gute Erfahrungen damit gemacht habe): Progressive Muskelentspannung nach Jacobson zur sowohl körperlichen wie seelischen Entspannung. Es ist einfach zu erlernen (bei uns in den öffentlichen Bibliotheken gibt es Bücher dazu, die oft eine CD dabei haben, ich habe es vor Jahren mit so einer CD gelernt), man spannt in bestimmter Reihenfolge bestimmte Muskelgruppen ganz stark an und entspannt sie dann bewusst, woraufhin sie entspannter sind als vorher. Das praktische ist, dass sich der Körper dran gewöhnt, wenn ich also die erste Anspannung mache (geballte Faust), halte und loslasse, sagen meine Schulterpartie, mein Rücken oft: “Ach, diese Geschichte schon wieder, na, dann kann ich ja auch gleich ein bisschen entspannen” – und es läuft wie eine kleine Entspannungswelle durch den Körper zur Vorbereitung der folgenden An- und Entspannungen.
    Es entspannt meiner Erfahrung nach nicht nur die Muskeln, sondern auch den “Kopf” und die Emotionen. Selbstwahrnehmung wird gefördert. Super-Einschlafhilfe, wenn man mal keine Ruhe findet…
    Hier sehe ich gerade ein Video dazu, wobei man nur den Ton braucht: https://www.youtube.com/watch?v=c8NdFOXBgxE Es dauert etwa 20 Minuten. Wenn man den Ablauf kennt, kann man es auch ohne Anleitung (und etwas zusammengefasster, gibt auch Versionen mit sieben Schritten), wobei ich gerade zum Einschlafen das “Gesagtbekommen und nicht nachdenken, was ich als nächstes mache” sehr hilfreich zum Abschalten finde…

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    • Ich denke, ein verdrehtes Verältnis zum Essen ist einer der Hauptgründe, warum Menschen überhaupt übergewichtig werden. In den Studien, die in FLÜ zum Thema “genetische Vorbelastung” vorgestellt werden, steht, wenn ich mich recht erinnere, dass der Appetit vererbt wird. Aber ein ungesundes Verhältnis zu Essen, das anerzogen wird, kann man vermutlich auch nicht so leicht davon unterscheiden.
      Progressive Muskelentspannung, so wie du sie beschreibst, klingt auf jeden Fall sehr cool. Werde ich mal versuchen. Im den Moment der Fressanfälle weiß ich aber nicht, ob ich diese Technik anwenden könnte. Ich verliere echt völlig die Kontrolle, hab keine Entscheidungsgewalt mehr. Sonst könnte ich vemutlich auch sagen “Hey, du hast keine Hunger mehr, geh doch lieber raus aus der Küche / spazieren / trink ein Glas Wasser”. Hatte ich wirklich in dem Ausmaß seit Jahren nicht…

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      • Ich denke, im Moment der Anfälle selbst ist die Progressive Muskelentspannung (oder andere Ablenkungsmanöver) keine Option. Aber vielleicht sie irgendwas zwischen 2-7 Mal in der Woche zu machen, um die “Grundanspannung” abzubauen, könnte vielleicht helfen? Ich will es mir auch wieder angewöhnen.
        Weil mir gerade meine Routine abends mit ganz häufig “Gemüse in die Pfanne, dann zwei Eier drauf” langweilig wird, habe ich mir mehrere Suppenkochbücher aus der Bib geliehen und werde die wunderbare Welt der Suppen erkunden. Werde demnächst drüber bloggen. Ich glaube, Suppen sind für mich gerade der Dreh, wie ich Abwechslung reinbringen kann, ohne kalorienmäßig über die Stränge zu schlagen – und wenn man sich an einer Suppe überisst (wenn jetzt nicht gerade haufenweise Sahne oder so dran ist), ist das, hoffe ich, nicht so schlimm… ;-). Wobei ich jetzt weniger Richtung brühenartige Suppen denke (gibt es etwas langweiligeres als “Nudelsuppe als Brühe mit Suppengemüse”?), sondern eher an so etwas, wie ich für heute Mittag im Gepäck habe: Gestern ein Kilo Blumenkohl gekocht, püriert, mit Curry, Ingwer, Zitrone abgeschmeckt, 100 ml Kokosmilch rein (in den ganzen Topf), die ganze Chose in vier Dosen verteilt, eine habe ich jetzt dabei….

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