And now for something completely different – Einbauregale für Anfänger

In meinem letzten Beitrag habe ich erwähnt, dass ich Samstag höchst produktiv war und unter anderem Einbauregale in meine Speisekammer gehängt habe. Annesch hat scheinbar etwas ähnliches vor und deshalb habe ich angeboten noch einen extra Post dazu zu schreiben.

Eins vorweg: Bis vor ca. 2 Monaten habe ich noch nie einen Dübel in eine Wand gebracht. Ich hatte erstens Angst, dass mir das was-auch-immer ich an die Wand schraube, wieder entgegen kommt (befeuert von von WG-Vormietern geerbten Lack-Regalen, die genau dies taten) und ich wusste auch eigentlich nie, wo ich anfangen sollte. Woher weiß man, welche Dübelgröße man für welche Schraube braucht, welche Schraube für welches Gewicht und welchen Bohrer für welche Dübel? Und dann habe ich noch dunkel gehört, dass die Dübel, die man braucht auch vom Wandmaterial abhängt? Wie erfahre ich, aus welchem Material meine Wand ist?? All diese Sorgen beichtete ich irgendwann meinem Freund und der erklärte mir alles sehr geduldig und begleitete mich bei meinen ersten Bohr- und Schraubversuchen. Hier (möglicherweise unvollständig) was ich seitdem gelernt habe.

Dübel: Gute Dübel sind wohl mit das Wichtigste, damit einem das Bohrprojekt nicht irgendwann entgegen kommt. Ich habe diese hier benutzt:

IMG_2489

Da sie für alle Baustoffe geeignet sind, erübrigt sich auch die Frage nach dem Wandmaterial.

Auf den Dübeln angegeben sind außerdem die Größe der Schrauben(durchmesser), für die sie geeignet sind und die größe der Bohrer, die man braucht, um ein Loch zu bohren, in das sie reinpassen (Hurra!).

IMG_2490

6 ist die Größe des Bohrers, 4 – 5 die Schraubdurchmesser

Bohrer: Es gibt verschiedene Bohrer für Holz, Stein (also auch Wände) und Metall. Sie lassen sich eigentlich ganz gut auseinander halten: Holzbohrer haben eine kleine Spitze, die man ins Holz versenken kann bevor man anfängt zu bohren, Steinbohrer haben eine Spitze wie ein Hammerhai und Metallbohrer haben weder eine Spitze noch einen Hammerhaikopf 😀

IMG_2498

Von rechts nach links: Holz, Stein, Metallbohrer

Meine ersten Bohrversuche habe ich einer Makita gemacht (von meinem Freund, wer hätte das gedacht). Das ist auf jeden Fall ein sehr guter Akkuschrauber, mit viel Power (hör hör hör). Aber da mein Liebster sie irgendwann zurück brauchte und ich nicht für jede Kleinigkeit zu ihm rennen wollte, habe ich bei der Treupunktaktion von Rewe zugeschlagen und mir sowohl den Akkuschrauber als auch das Schrauber- und Bitset von Bosch gekauft (ich schwöre, ich kriege kein Geld für die ganze Werbung heute 😉 ). Ich weiß nicht, ob die Aktion noch läuft, ich bin auf jeden Fall ziemlich zufrieden. Es gibt verschieden Einstellungen, je nach dem welches Material gebohrt werden soll, oder, ob nur Schrauben reingeschraubt werden sollen. Dazu sollte man aber am besten die Gebrauchsanleitung lesen.

IMG_2500

An dem Rad oben kann man die Power einstellen, 1 ist wenig, zum bohren braucht man die höchste

Schrauben: Vor meinem Umzug habe ich zu dem Sammelkaste mit Dübeln auch einen Kasten mit verschiedenen Schrauben gekauft. Auch Markenschrauben. Man gönnt sich ja sonst nichts.

img_2492.jpg

Das wäre also das Vorwissen, welches ich mir vor dem Start der Aktion „Einbauregale“ angeeignet hatte. Jetzt zu den Regalen selber. Das Prinzip habe ich Samstag im Kommentar schon mal kurz erwähnt und von einem meiner liebsten Design-Blogs geklaut:

Erst habe ich die Höhe, an der das Regal hängen sollte an einer Stelle ausgemessen und dann habe ich mit der Wasserwaage einmal rundum die Höhe angezeichnet. Mir hätten zwar Markierungen links und rechts gereicht, aber da in der Speisekammer alles inklusive des Bodens schief ist, dachte ich, mit dieser Methode komme ich auf ein besseres Ergebnis.

Nachdem die Höhen markiert waren, habe ich mir Leisten zugeschnitten. Meine waren 5 cm breit, ca. 2 cm stark und etwas kürzer als die Regalbretter sein sollen (können aber auch genau so lang sein, denke ich). In die Leisten habe ich Löcher gebohrt. An dieser Stelle kann man sich schon kurz Gedanken über die Kombination aus Schrauben, Dübel usw. machen, da die Löcher ja groß genug für den Schraub-teil der Schrauben sein müssen, aber auch nicht viel zu groß, damit der Kopf nicht mit durch rutscht. Also, für die Leisten habe ich die kleinsten Dübel gewählt, die ich hatte (weil das bei vier Dübeln pro Brett locker reicht. Sagt mein Freund. Woher man das weiß, weiß ich immer noch nicht – Erfahrungswerte, schätze ich), dann habe ich die Leisten daneben gehalten, damit ich sehen kann, wie lang die Schraube sein sollte, damit sie durch die Leiste passt, aber nicht den Rahmen des Dübels sprengt.

img_2493.jpg

IMG_2494

Diese Schrauben also

Auf der Rückseite der Schraubenkiste kann man dann nachschauen, dass der Durchmesser der Schrauben 4,5 mm und die Länge 50 mm ist – ein 5er Bohrer für die Löcher in den Leisten ist also eine gute Wahl.

IMG_2495Wenn man es sehr fancy möchte, kann man einen Versenker einsetzen, dann verschwinden die Schrauben bündig im Holz (sieht dann so aus wie rechts).

img_2496.jpg

Sieht besser aus, wenn ne Schraub drin ist

Dann habe ich die Leisten an der Markierung an die Wand gehalten und durch die Löcher die Stelle markiert, in der die Dübel müssen. Achtung! Wenn nicht auf allen Leisten die Löcher an den gleichen Stellen sind, dann sollte man die Markierungen nicht alle mit der gleichen Leiste machen… Auf den Dübeln steht ja, welchen Bohrer man braucht um sie in die Wand zu kriegen, allerdings sollte man immer erstmal mit einer kleineren Größe vorbohren. Zum einen geht das dann einfacher, zum anderen kann das Loch größer ausfallen, als der Bohrer eigentlich war (zum Beispiel bei bröseligem Wandmaterial wie Sandstein, oder wenn man den Bohrwinkel nicht die ganze Zeit perfekt einhält). Man kann dann kurz antesten, ob der Dübel auch schon in das Loch des kleineren Bohrers rein geht. Und zwar sollte der Dübel ohne Anstrengung höchstens noch einen halben cm aus dem Loch schauen, dann kann man ihn mit einem Hammer versenken. Wenn das nicht geht, mit dem richtigen Bohrer noch mal nachbohren. Um abzuschätzen, wie tief die Löcher sein müssen, halte ich die Dübel meist einfach an den Bohrer und versuche, mir die Länge zu merken.

img_2499.jpgMan kann das auch mit Tape markieren und profesionelle Abstandshalter gibt es meines Wissens auch. Als die Dübel versenkt waren, habe ich die Leisten mit den Schrauben festgeschraubt.

IMG_2476

Die Bretter musste ich auch noch zuschneiden, da keine Wand in der Speisekammer gerade und kein Winkel 90° groß ist, aber dazu kann ich nicht wirklich etwas erzählen 😀 Abmessen, einzeichnen, sägen, Brett versuchen anzuhalten, merken, dass das Brett immernoch zu groß ist, fluchen (optional), wieder sägen, so lange wiederholen, bis das Brett passt. Oder, wenn man gerade Wände hat, einfach im Baumarkt zuschneiden lassen. Da aber am besten immer nachmessen, hab schon ein paar blöde Erfahrungen gemacht.

IMG_2481

Auch noch ganz wichtig! Elektroleitungen. Sollte man nicht anbohren.

Die Leitungen in euren Wänden sollten immer gerade und Abzeigungen (zum Beispiel zu Deckenlampen) rechtwinklig verlegt sein. Das heißt, wenn ihr zwischen zwei Steckdosen bohrt, dann nicht genau auf der gleichen Höhe wie die Steckdosen. Wenn eine Steckdose höher liegt, als die andere, sollte das Kabel von der Tieferen parallel zum Boden bis unter die Höhere führen und dann rechtwinklig nach oben abbiegen. Das gleiche gilt für Lampen. Macht euch da auf jeden Fall Gedanken darüber. Allerdings sind elektrische Leitungen wohl auch eher schwer zu durchbohren (dazu habe ich aber keine eigenen Erfahrungswerte). In meiner Speisekammer habe ich nur hinter der letzten Steckdose gebohrt (von der Tür aus gesehen).

Und das wars, die erste Ausgabe meiner Reihe: Heimwerken für Leute, die bisher eher nicht so viel geheimwerkert haben, von Leuten, die bisher eher nicht so viel geheimwerkert haben! 😀

Advertisements

5 thoughts on “And now for something completely different – Einbauregale für Anfänger

  1. Boah, super, vielen Dank! Sieht wirklich schick aus. Mit dem Bohrschrauber von der Treuepunktaktion liebäugle ich auch schon, schön, dass Du ihm ein gutes Zeugnis ausstellst! Ich habe für eine schmale Stelle im Bad auch schon mal ein Leiterregal zum an die Wand lehnen gebaut (vielleicht blogge ich mal darüber, wenn mein Laptop wieder heile ist), aber das war nur mit Bohren im Holz. Wandbohren hasse ich, aber das ist bestimmt nur Übungssache…

    Liked by 1 person

  2. Danke, bin auch ziemlich glücklich mit dem Ergebnis 🙂 Vorher konnte ich die Speisekammer kaum sinnvoll nutzen und jetzt habe ich fast unbegrenzten Stauraum!
    Mal sehen, ob ih das in einem halben Jahr auch noch so sehe 😀 Oh nein, was ist denn mit deinem Laptop?

    Liked by 1 person

    • Ein Opfer des letzten Windows10-Updates, was zu einem kompletten Chaos, zum Aufhängen (des Laptops) und kleinem Ausraster bei mir (aggressives Betätigen der An-und Austaste, wütendes Auf-den-Tisch-hauen der Funkmaus) führte, bis irgendwann gar nichts mehr ging (mea culpa) und ich das Ding zur Reparatur bringen musste, was ich gleich hätte machen sollen… Ich lasse jetzt Windows 7 drauf machen, Windows 10 mit seinen blöden Updates, die sich immer dreister in meine Desktop-Gestaltung einmischen, kotzte mich schon länger an…

      Like

  3. Pingback: The last five

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s