Tag der Abrechnung

Heute morgen endlich nach den USA auf meine Waage gestiegen und das Ergebnis *Trommelwirbel* – 70.1 kg… Und obwohl ich vom Bauchgefühl her ja schon so was erwartet habe, bin ich doch ein bisschen traurig/genervt/enttäuscht. Irgendwie war da doch so ein leises Stimmchen in meinem Hinterkopf, dass mir in den letzten Tagen eingeflüstert hat, dass ich ja vielleicht doch nicht zugenommen habe. Auf der Hochzeit hab ich ein paar Leute getroffen, die mich seit der Abnahme noch gar nicht gesehen haben, und die mir gesagt haben, wie toll ich doch aussehe; das könnte dazu beigetragen haben, dass ich zu hohe (niedrige?) Erwartungen an die Waage gestellt habe. Irgendwie graust es mir davor, dass nachher in meine Tabelle einzutragen und zu sehen, wie weit mich das zurückgeworfen hat :O

Überforderungen

Mittlerweile befinde ich mich wieder auf heimischem Boden. Gestern bin ich in Frankfurt gelandet und dann gleich weiter zu der Hochzeit einer Freundin in Salzburg. Wenn die Hochzeit nicht gewesen wäre, wäre ich noch zwei Tage länger in San Francisco geblieben, aber die Braut ist eine gute Freundin, da kann ich schon mal Abstriche machen. Aber man, war ich fertig gestern… Donnerstag um 4 Uhr morgens in San Francisco aufgestanden, 4 Stunden geflogen, 2 Stunden Aufenthalt in Washington, nochmal 7 Stunden nach Frankfurt geflogen, 2 Stunden am Boden, weiter nach Salzburg, zu meiner Freundin, 1 Stunde bei ihr mit Turboduschen und aufhübschen. Um 12 war die Trauung und dann haben wir bis 2 gefeiert. Da ich in der Nacht vor meinem Abflug natürlich auch nicht früh ins Bett bin, weil ich die letzten Stunden, in denen ich meine amerikanischen Kollegen noch mal sehen konnte, nicht mit schlafen verschwenden wollte, ging ich am Ende der Hochzeitsfeierlichkeiten wirklich auf dem Zahnfleisch. Aber heute, nach einer ordentlich durchgeschlafenen Nacht geht es mir schon wieder viel besser. Und schön war die Hochzeit trotzdem.

Der Titel dieses Posts bezieht sich übrigens gar nicht auf meine letzten paar Tage! Sondern auf meinen (mittlerweile gestrichenen) Plan für Januar. Ich hatte mir vor einer Weile in den Kopf gesetzt, mich im Januar vegan zu ernähren. Ich lebe mittlerweile fast mein halbes Leben vegetarisch und ich kann jeden nicht-Vegetarier verstehen, der sagt „Ich finde das ganz toll, würde das aber nicht schaffen, weil mir Fleisch so schmeckt“, denn ich würde sehr gerne vegan leben, schaffe es aber einfach nicht, weil mir Käse so schmeckt. Und Milch. Jogurt. Quark. Und Eier! Also dachte ich mir, ich versuche es zumindest mal einen Monat, zwinge mich ein bisschen dazu, mich nach Alternativen umzuschauen und neue Rezepte auzuprobieren und Gewohnheiten aufzubauen. Der Plan ist auch noch nicht komplett gestorben, aber zumindest für Januar (und für Februar) gestrichen. Denn: im März fange ich eine neue Stelle in einer neuen Stadt an, in der ich auch eine Wohnung brauche. Und ich soll bis dahin meine Doktorarbeit abgegeben haben. Und außerdem will ich ja auch noch 5 + die x kg, die ich mir in den USA angefuttert habe, abnehmen. Nicht wirklich die richtige Zeit, um sich durch vegane Blogs oder Kochbücher zu wühlen, auf die sättigende Portion Quark mit Gemüse zu verzichten oder Proteinwerte von Pflanzen zu vergleichen, um keinen Mangel zu bekommen.

Mein guter Vorsatz fürs neue Jahr ist also: mich (im zweiten Quartal) einen Monat lang vegan ernähren.