Von drauß’ vom Walde komm’ ich her

Und ich muss euch sagen, es war traumhaft schön. Eigentlich wollte ich auch ein paar Bilder posten, aber ich habe leider das Kabel für mein Handy heute vergessen (werden nachgereicht). Wir waren in der sächsischen Schweiz, Beide zum ersten Mal und wir waren wirklich überwältigt. Eigentlich hatte ich uns ein paar kürzere Rundtouren rausgesucht, aber wir sind dann doch 1 1/2 Tage in eine Richtung (Bad Schandau bis zum Zeughaus) und dann auf einer anderen Route wieder zurück gewandert. Leider konnte ich ums verrecken gestern nicht rausfinden, wie lange die Strecken jeweils waren und wie viele Höhenmeter wir zurückgelegt haben… Obwohl wir wie gesagt die ganze Zeit auf zwei markierten Wegen unterwegs waren. Naja. Wir sind auf jeden Fall Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils so zwischen 5 und 6 Stunden gewandert. Samstag haben wir uns dann aber doch wieder auf den Heimweg gemacht, unter anderem weil sich ein Mückenstich an meinem rechten Knöchel ziemlich schmerzhaft entzündet hat. Dadurch, dass er genau überhalb der Stelle liegt, an der meine Wanderschuhe und -socken endeten, sich also alles an Flüssigkeit stauen konnte, hat sich dazu noch eine recht große Schwellung gebildet.

Mein Optimierungswahn hat dahingehend ganz gut funktioniert, dass uns alle Rezepte für die Mahlzeiten gut geschmeckt haben. Ich würde beim nächsten Mal gerne die Anteile der Stärkeprodukte zu gunsten von noch mehr Fett verringern, J. macht allerdings Sorgen, dass er dann trotz gleicher kcal nicht satt wird. Mal sehen. Mein Defizit war leider total unpraktikabel… Die Hälfte des Bedarfs aus Körperfett zu ziehen und dabei noch leistungsfähig zu sein klappt scheinbar nicht (Überraschung…). Ich war die meiste Zeit eher schlapp (was aber auch irgendwie cool war… Das Fleisch war zwar schwach, aber der Geist war willig und hat es irgendwie geschafft, das Fleisch die Felsen hoch zu peitschen) und an Tag 3 auch dauernd hungrig. Wenn es denn wirklich die Hälfte meines Bedarfs war, die ich zu mir genommen habe, denn sowohl beim Berechnen des Verbrauchs als auch meiner Aufnahme gibt es Unklarheiten.

Probleme bei der Berechnung des Verbrauchs:

  • Ich kann nur pauschal sagen: ca. 5/6 Stunden gewandert. Es gibt zwar hier einen Rechner, der nach Wegstrecke und -art differenziert, aber vorher wusste ich nicht, wie wir laufen werden und selbst jetzt kann ich es ja nicht richtig nachvollziehen.
  • Ich hatte bis zu 11 kg Gepäck dabei. Das verbraucht ja auch Energie, aber wie berechnet man das? Einfach den Verbrauch einer 11 kg schwereren Person annehmen? Oder trägt man Gepäck auf dem Rücken effizienter als Körperfett? Oder weniger effizient?

Probleme bei der Berechnung der Aufnahme:

  • Eigentlich nur ein Problem: die Mahlzeiten haben wir in einem großen Topf zubereitet, aus dem wir Beide gegessen haben. J. mit einem großen Esslöffel und ich mit einem Teelöffel. Laut meiner Kalkulation sollte ich bei jeder Mahlzeit die Hälfte von dem Essen, was J. isst. Am Anfang hatte ich Sorge, dass ich zu viel esse und habe darauf geachtet, immer nur einen Löffel für jeden Löffel zu nehmen, den J. genommen hat. Darauf habe ich aber auch nicht immer geachtet, es könnte zeitweise also öfter aber auch seltener gewesen sein. Außerdem hat J. den Löffel nicht immer voll gemacht. Andererseits ist der Esslöffel auch mehr als doppelt so groß wie mein Löffel. Alles in allem könnte ich also sowohl mehr, als auch viel weniger gegessen haben, als geplant.

Ein weiteres Problem: ich bin jetzt 2 kg schwerer, als ich es laut meiner Kalkulation sein sollte. Einen Teil davon kann ich sicherlich als Wasser verbuchen, fragt sich nur, wieviel. Wenn das weg ist, weiß ich vielleicht mehr darüber, wie fehlerbehaftet meine Rechnungen / Annahmen waren. Auf jeden Fall war es sehr seltsam, so viel essen zu dürfen. Und dann noch Sachen wie Knoppers, anderen Süßkram und Kohlenhydrate en masse. Obwohl ich ja berechnet habe, dass ich mit dem ganzen Essen immer noch ein stattliches Defizit fahre, hatte ich zwischendurch manchmal kurz ein schlechtes Gewissen. Hoffentlich klappt die Umstellung auf Quark mit Quark, Skyr und Flohsamenschalen reibungslos. Immerhin sind jetzt endlich meine Flavours angekommen.

Optimierungswahn…

Außnahmsweise mal andersrum: gestern stand ich bestimmt 1 1/2 Stunden in diversen Supermärkten und habe mir interessiert notiert, welche Lebensmittel die höchste Kcal-dichte haben. Warum? Ab morgen will ich mit J. vier Tage wandern und da das ein Testlauf für eine noch längere Wanderung auf Korsika werden soll (wann auch immer ich mal wieder Urlaub machen darf), wollen wir unsere gesamte Nahrung mit uns herum tragen. Neben allem anderen Equipment und Kleidung. Meine erste Berechnung gestern ergaben dann erstmal fast 8 kg Nahrung – für gerade mal vier Tage und ohne Wasser! Auf 2 Wochen Korsika hochgerechnet definitiv zu viel. Also bin ich in den Supermarkt und habe recherchiert: Snickers (484 kcal / 100 g) sind also gar nicht die energiedichtesten Schokoriegel, die es gibt (wie ich immer dachte) – Knoppers haben 548 kcal / 100 g, Kitkat Chunky White auch 542 kcal! Giotto und Raffaello sogar über 600 kcal / 100 g, sind aber beim Wandern vermutlich transporttechnisch nicht so gut geeignet. Insgesamt sind diese Süßigkeiten zwar pro g sehr kcal-dicht, aber nicht unbedingt pro Volumen. Womöglich gibt es da auch noch Optimierungsbedarf, aber dafür ist so ein kurzer Testlauf sicher auch gut. Ich war total überrascht, weil ich diese Süßigkeiten (außer dem Kit Kat) nicht sehr kcal-dicht eingeschätzt hätte, und alle auf jeden Fall weniger als Snickers.

“Ausgewogene Ernährung” ist wichtig, deshalb werden wir nicht nur süß-schokoladige Snacks mitnehmen, sondern in der Kategorie “süß-fruchtig” Maoam Kracher anstatt dieser Weingummi-Schuhe, die ich bisher für unschlagbar gehalten habe und Studentenfutter, und als herzhaften Snack Parmesan (ich wollte Veggiwürste mitnehmen, aber mit einer kcal-Dichte von < 3 kcal/g müssen sie zu Hause bleiben). Zum Frühstück gibt es Haferflocken mit Proteinpulver, Studentenfutter, Zucker und Kaffeeweißem. Vor Letzterem habe ich mich bisher immer gesträubt, aber er ist doch viel energiedichter als Milchpulver. Mittags Kartoffelbrei mit Parmesan und Sauce, Abends Reis mit Linsen (gelbe, die haben am meisten kcal / 100 g), Sojagranulat und Sauce. In jede der warmen Mahlzeiten werden wir versuchen, so viel Kokosöl zu schmuggeln wie möglich… Bisher habe ich 3 TL angesetzt, weil ich nicht abschätzen kann, ab wann es eklig wird, aber perspektivisch gilt: je mehr, desto besser. Die Energiedichte von Fett ist ja nun mal unschlagbar. Zu jedem Essen und für alle Snacks habe ich akribisch ausgerechnet, wieviel jeder davon essen darf – J.s Tagesbedarf habe ich komplett gedeckt, bei 5 h Wandern am Tag habe ich für mich ein Defizit von 2000 kcal angesetzt. Weil noch effizienter, als Fett ins Essen zu schmuggeln ist natürlich, wenn ich auch etwas von dem verbrauche, was ich sowieso dabei habe 😉

Da ich im Moment einen extremen Mitteilungsbedarf habe, aber auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich zwei Posts an ein Tage veröffentliche, habe ich für die Tage meiner Abwesenheit ein paar Posts vorbereitet. Wenn ich alles richtig gemacht habe mit dem schedulen, dann gibt es zwischendurch ein bisschen was zu lesen.

Laaaaaanges Wochenende

Am Donnerstag wurde mir berichtet, dass gestern ein Feiertag ist (sein würde?)! Da ich in der nächsten Zeit wohl nicht in den Genuss eines echten Urlaubs kommen werden (Zitat meiner Jobcenter-Sachbearbeiterin: “In den ersten 3 Monaten genehmigen wir grundsätzlich keinen Urlaub”) dachte ich gleich, dass J. und ich die 4 1/2 Tage für einen  spontanen Kurzurlaub nutzen könnte. 4 Tage wandern (Urlaub mit J. = Wandern oder Festival, in Ermangelung von Geld also gerade eher Wandern) – Wie großartig das auch für meine Kcal-Bilanz gewesen wäre! Leider hatten wir Beide zugesagt, am Samstag einem Freund beim Umzug zu helfen… Aber immerhin haben wir es geschafft als am Donnerstag meine Maßnahme vorbei war unsere Sachen zu packen, ein paar Vorräte einzukaufen, ein Gebiet in der Nähe rauszusuchen und gegen 5 auch dort aufzuschlagen. Das Gebiet war total schön, und da es ja Donnerstag war und die rechtschaffenen Bürger arbeiten mussten, haben wir auch kaum einen Menschen zu sehen bekommen und konnten unser Lager in einer alten Burgruine aufschlagen. Der Plan war eigentlich erst, bis Samstag früh durch die Gegend zu ziehen und dann gleich vom Wald zum Umzug zu fahren, aber das haben wir dann doch verworfen, als es Freitags immer heißer wurde und der Wanderweg, auf dem wir unterwegs waren so schlecht markiert, dass wir uns mehrmals verlaufen haben. Vielleicht auch besser für die anderen Umzugshelfer, dass wir nicht gleich vom Wald zum helfen kamen. Der Umzug an sich war nicht cool, aber ich glaube, darauf möchte ich nicht so ins Detail eingehen… Um eine Idee zu bekommen: es gab bei 7 h Umzug für jeden 2 Brötchen zu essen. Da ich zu ausgeprägter Hangry-ness neige, könnte ihr euch mich am Ende des Tages so vorstellen. Die Anderen fanden es zwar auch unmöglich, konnten das aber scheinbar besser verbergen. Zum Ausgleich bin ich dann mit J. Pizza essen gegangen (schade, dass es keine Magerquark to go Optionen gibt…) und haben dann die Einladung für ein Sommerfest bekommen, auf der es “leider” noch mehr leckeres Essen und leckeren Alkohol gab. Sonntag Mittag und eigentlich den ganzen Montag (nein, den ganzen Montag, ohne eigentlich) haben J. und ich dann bei ihm Fallout gespielt.

Das Verlauf des Wochenendes war also: Erst schön und sportlich, dann dramatisch, dann schön und kcal-reich, dann so faul wie es nur geht. Und jetzt wieder in der Realität ankommen.